Ab nach Draußen
Die Grundidee:
Schüler:innen (Klasse 5-7) sollen durch sinnstiftende, realitätswirksame Tätigkeit während einer Woche, eingebunden in eine naturnahe Umgebung (Bauernhof, Gärtnerei, Wald, Landschaft, …) zunehmend selbständig tätig werden können. Bestandteil der Forschungsraumwoche ist, dass ein Schüler:innen-Team jeden Tag ein vegetarisches, biologisch angebautes, regionales Mittagessen kocht und somit die Gesamtgruppe versorgt. Anknüpfungspunkt der Forschungsraumwoche im Bildungsplan sind die Leitperspektive BNE und das Fach BNT. Die Forschungsraumwoche ist so angelegt, dass am Ende der Woche der alle mindestens in einem Bereich eine gewisse Eigenständigkeit und dadurch ein Selbstwirksamkeitserlebnis erlan-
gen können. Ideal ist, wenn in diesem Bereich auch durch selbstgestellte Fragen eine Art „Praxisforschung“ durch die Schüler:innen erfolgt. Zum Abschluss der Forschungsraumwoche bereiten die Schüler:innen eine Präsentation ihrer Erlebnisse und Tätigkeiten in der Einrichtung vor, zu der Eltern und andere Interessierte eingeladen werden können.
Alle führen ein Forschungsraumwochentagebuch mit persönlichem Abschlussresümee, in dem auch eigene Fragen formuliert werden, die im
nachfolgenden Unterricht an geeigneter Stelle z.B. mit kurzen Referaten aufgegriffen werden können.

Zur Didaktik der Forschungsraumwoche ( Klicke auf Dreieck für mehr Info)
Die Grundidee der Forschungsraumwoche ist den Gegensatz von „Vom Wissen zum Handeln“ und „vom Handeln zum Wissen“ aufzulösen. Wie durch den n-Prozess beschrieben, stehen zu Beginn eines tieferen Lernens Erfahrun-
gen, die die Lernenden persönlich berühren. Im persönlichen Erleben, das dann schrittweise in alltagssprachlichen Weise beschrieben und bewusst gemacht wird, kann das naturwissenschaftliche Wissen und Verstehen je nach Al- tersstufe und kognitiver Möglichkeit dazu kommen. Es darf aber nicht beim Wissen bleiben. Der Lernende soll zunehmend im Handeln, beim „Tätig sein in der Welt“, sein erworbenes Wissen erweitern, vertiefen, verändern um durch
vielleicht ungeahnte Resultate, mit neu auftretenden Fragen, wieder eine neue Schleife des n-Prozesses, im Sinne einer Praxisforschung zu beginnen. Dabei ist das Lernen am Leben, in der Verbindung mit der Natur und an wirklichen Fragen besonders fruchtbar. Die Waldhauswochen und die Forschungsraumwochen bieten den Lernenden die Möglichkeit, eine Woche lang ineinen Wirklichkeitsraum einzutauchen, in dem Erwachsene und Kinder bzw. Jugendliche in verschiedenen Arbeitsfeldern sinnvoll gemeinsam tätig sind bzw. tätig werden können. „Neben den notwendigen Freiräumen für das eigene Erfahrungslernen, brauchen diese jungen Menschen ernsthafte Angebote zur aktiven Mitgestaltung unseres gegenwärtigen Zusammenlebens und unserer künftigen Welt. Erst wenn Jugendliche erleben, dass sie für dieses Zusammenleben und diese Gestaltung unserer Zukunft wirklich gebraucht werden, können sie auch erfahren, dass ihnen das umso besser gelingt, je mehr sie wissen und können.1“ Die Bemühungen bei der Konzeption der Forschungsraumwochen haben gezeigt, dass hierfür Orte in der Natur, an denen Menschen tätig sind, notwendige Voraussetzung für den Erfolg der Woche ist. Das in den Arbeitsfeldern tätig werden kann einer Fragmentierung2 des Denkens und Erlebens entgegenwirken. Das Erleben von Ganzheit wird dabei für die Schüler:innen möglich. Für das Lernen in den einzelnen Arbeitsfeldern gilt: Vom Mitmachen (Mitschaffen), zum Aufnehmen, dann zum selbstständigen Tun, eine eigene Idee verwirklichen und im Idealfall ein eigenes Produkt erstellen. „Dazu brauchen sie andere Menschen, die bereits über ein breites Spektrum an selbst gemachten Erfahrungen verfügen, und mit denen sie sich emotional verbunden fühlen, die sie wertschätzen und die sie als Orientierungbietende Vorbilder für die eigene Weiterentwicklung akzeptieren.3“
Für die Schüler:innen der Klassenstufe 5, 6 und 7 werden nur die ersten beiden Stufen des n-Prozesses angestrebt. Durch das Verfassen der Lerntagebücher bekommen sie die Möglichkeiten auf ihre persönliche Weise das Getane zu reflektieren. Das Formulieren immer neuer Fragen ergibt für die Lehrer:innen die Möglichkeit, das Erfahrene im nachfolgenden Unterricht immer wieder, an geeigneter Stelle, lebendig werden zu lassen und
je nach Klassenstufe naturwissenschaftlich begrifflich zu vertiefen.

Interesse, mit Ihrer Klasse, an einem unserer Partnreinrichtungen4 in Freiburg teilzunehmen?
Kommen sie gerne auf uns zu: svenja.fugmann(at)freiburger-forschungsraeume.de
- H. Hüther. Erfahrungsräume für gelingende Lernprozesse in T. Hartkemeyer, P.Guttenhöfer, M. Schulze : Das pflügende Klassenzimmer –
Handlungspädagogik um Gemeinschafsgetragene Landwirtschaft Oekom, München, 2014, S. 129 ↩︎ - David Bohm: Der Dialog, Klett Cotta2014: Das Fragmentiere Denken, das gedankliche Zerteilen der Welt, der Begegnungen, ist eine der zent-
ralen Gründe für die gegenwärtigen „Kreisen“ der Menschheit. ↩︎ - H. Hüther. Erfahrungsräume für gelingende Lernprozesse in T. Hartkemeyer, P.Guttenhöfer, M. Schulze : Das pflügende Klassenzimmer –
Handlungspädagogik um Gemeinschafsgetragene Landwirtschaft Oekom, München, 2014, S. 128 ↩︎ - Waldhaus Freiburg, Sonnhalde Au, Kinderabenteuerhof Freiburg, Abenteuerspielplatz Weingarten, Zukunftsschmiede und Kontiki am Mundenhof ↩︎

