Start des Freiwilligen ökologischen Jahrs: Edwina

Edwina:
„Meine erste Woche im FÖJ – das heißt freiwilligen ökologischen Jahr – bei der Ökostation in
Freiburg war mein erster Einblick in die Welt der Profession.
In der ersten Woche war ich bei der Klimafreizeit dabei.
Ich sprach gerne mit den Kindern, während ich mit kleinen Grüppchen von ihnen zeichnete.
Eine angenehme Symbiose war das; ich traute mich anfangs noch nicht allzu sehr und
genoss die Ruhe, und die Kinder waren von meinen bescheidenen Malfähigkeiten begeistert
und zeichneten mir oft nach. Dabei führten wir gemeinsam spannende Gespräche über
tiefgründige Themen wie den Übergang von der Grundschule in die fünfte Klasse und die
Existenz Mexikos (für den Kontext: ein Kind behauptete, Mexiko sei nicht echt).
Meine Zeit im Büro bzw. in der Ökostation verbrachte ich meistens damit, dass ich meine
To-Do Liste abarbeitete und gelegentlich meinen Kolleg:innen bei Unterschiedlichem half. Um
Welten stiller war meine Arbeit, wenn ich nicht bei den Kindern war. Dies wusste ich
allerdings zu schätzen.
Zum ersten Mal ein eigenes Einkommen zu bekommen, stellte auf jeden Fall eine neue
Freiheit für mich dar. Auch ein sparsames Gehalt schafft einige neue Möglichkeiten im
Leben und ist eine gute Übung für und Überleitung in die Selbstständigkeit. Zentral dabei ist
es, im Blick zu haben, was man bis wann zu tun hat. Mit dieser neuen Freiheit kamen
nämlich auch wichtige und oft zeitabhängige Verantwortungen, welche ich gut beachten
musste. Zunächst war es nicht leicht, denn ich war noch gar nicht im Rhythmus drinnen,
aber glücklicherweise halfen mir meine Kolleg:innen und Freunde immer dabei.
Diese waren schon seit Beginn meines FÖJs äußerst freundlich zu mir. Ich durfte so oft, wie
ich es brauchte, nachfragen, und originelle Ideen und Vorschläge, die auch Planänderungen
betrafen, wurden von meinen Kollegen ernst genommen und berücksichtigt.
Es war außerdem eine schöne Erfahrung, etwa Gleichaltrige bei der “Arbeit” in der Form von
einer Praktikantin und einem weiteren FÖJler, kennenzulernen. Mit beiden konnte ich mich
gut unterhalten, denn wir waren gerade so im selben Boot, dass wir unsere gegenseitigen
Situationen nachvollziehen konnten, aber gerade so unterschiedlich, dass aufschlussreiche
Konversationen entstehen konnten. Solche Austausche machten sich sonst lang ziehende
Aufgaben zu einem Vergnügen. Ich hatte schon bevor ich anfing die Einstellung, dass ich
versuchen würde, möglichst mit allen gut klarzukommen und Freunde zu finden, und das
scheinte schon mal sehr gut geklappt zu haben.

Insgesamt war es ein überwiegend positiver Start in mein erstes FÖJ. Ich hatte soweit
erfahren, wie viel Arbeit hinter scheinbar entspannten und einfachen Veranstaltungen steckt;
gelernt, dass gleichzeitig meine Menge an Freiheit und an Verantwortung steigen können;
und gesehen, dass sich Arbeitskolleg:innen auch eher mit einem verstehen wollen und immer
potentiell künftige Freunde darstellen.“


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